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Bemängelt wurde an diesem Gerät, das die Bandsortenerkennung an den Cassettengehäusen nicht mehr funktioniert und das Bandvorspulen kaum noch geht, der Antrieb rutscht durch. Ferner wurde neben einer "Neugummierung" eine Neueinmessung auf TDK-SA gewünscht.


Äusserlich macht das Dual-Deck einen ordentlichen wie gefälligen Eindruck. Doch die Tücke liegt im Detail, wie wir noch sehen werden.

 

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Das C 826 ist ein typisches Kombikopf-Deck wie sie bis Mitte 1980er-Jahre Standard waren. Kombikopf bedeutet, das Aufnahme wie Wiedergabe über den gleichen Tonkopf erfolgen. Ebenfalls üblich waren in dieser Zeit "Frontlader" wie dieses Deck, also ohne Cassettenfach. Die Cassette wird direkt in die Gerätefront eingelegt. Bei ausgeschalteten Netzschalter schwenkt eine kleine Klarsichthaube zum Schutz über die Köpfe.

 

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Die Tonköpfe sind noch sehr gut erhalten und zeigen kaum Verschleißspuren. Insgesamt macht das Gerät einen sehr gepflegten Eindruck.

 

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Der Blick ins Innere zeigt einen aufgeräumten und übersichtlichen Aufbau.

 

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An der Qualität der Industriebauteile gibt es auch nichts zu bemängeln.

 

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Etwas umständlich wurden die beiden Nottasten in der Front verdrahtet. Diese lösen den Bandbetrieb aus, will man die Cassette im laufenden Betrieb entnehmen.

 

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Nach abgenommener Frontblende.

 

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Das ausgebaute Laufwerk wird nun vorbereitet, die Riemen und die Andruckrolle zu wechseln.

 

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Von oben sieht man die Kontakte, die die Bandsortenerkennung steuern und den Löschschutz erkennen.

 

Dual C-826

Während der Bandwickel beim Vor und Rückspulen über den zentralen Schwenk-Idler erfolgt, geht beim Bandvorlauf ein mechanischer Alternativweg über einen Riemen auf der Rückseite zu einem kleinen Messing-Idler direkt auf den rechten Wickelteller. Nachteil ist wieder, das dieser Messingidler das rechte Gummirad am Wickelteller mit der Zeit blank poliert. Daher geht das Bandvorspulen nach vielen Jahren nur noch eingeschränkt bis gar nicht mehr, der Rückspullauf dagegen noch zufriedenstellend.

 

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Das Laufwerk von unten...

 

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...und von der Rückseite. Oben in der Mitte der Wickelmotor und unten rechts der Capstanmotor für den Bandvorlauf.

 

Dual C-826

Anhand des Teileproduktionsdatums kann man den Herstellungszeitraum des Decks eingrenzen. Es müßte nach Produktion aller Einzelteile geschehen sein, vermutlich zwischen Oktober und Dezember 1983. Der Hersteller des C-826 ist nicht bekannt. Entworfen und konstruiert laut Label in Belgien und Hergestellt in Japan.

 

Dual C-826

Der Vorspulwickel ist gealtert. Typische Merkmale für einen verhärteten Gummi ist die leicht rissige wie speckige Oberfläche. Durch leichtes Anschleifen und geringe, kurzfristige Benetzung mit Ballistol konnte der Gummi etwas weicher gemacht werden, Wie lange diese Maßnahme ihre Wirkung behält, ist leider nicht im voraus abzusehen.

 

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Der Idler für den Bandwickel.

 

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An der Aufnahme für die Stahlachse erkennt man, das aus Vorbesitz diese Teil schon einmal beschädigt gewesen sein muß und ein "Kunststoffklumpen" mit Hilfe eines Lötkolbens angeschweisst wurde.

 

Dual C-826 

Ganz glücklich ist die Konstruktion des Idler leider nicht gelungen, hat man bei Konkurrenzmodellen aus der Zeit schon Probleme mit einem Gummirrad, hat diese Konstruktion gleich zwei im Antriebsweg. Der erste in diesem Schwenksatz mit Rutschkupplung und den zweiten am Wickelteller. Beide Gummis sind bei diesem Exemplar nicht mehr die besten, was den Bandwickel etwas problematisch macht. Unglücklicher Weise sind diese Gummiringe Sondergrößen und es gibt keinerlei Ersatzteile dafür.

 

Dual C-826

Ausgebaute Schwungmasse mit Capstanachse zwecks Riementausch. Man sieht an den großen Zahnrädern, das der Kopfschlitten hier nicht mehr direkt mit einem Hubmagneten gesteuert wird, sondern der Hubmagnet nur die Zahnradkombination in Stellung bringt und der Kopfschlitten mittels Capstanantrieb bewegt wird. Dies soll den oft kritisierten Dejustierungen der Tonköpfe vorbeugen, welche durch die harten Bewegungen von direkter Ansteuerung durch die Hubmagnete entstehen können.

 

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Dual C-826

Der neue Riemen an seinem Platz.

 

Dual C-826

Auch die Andruckrolle wurde getauscht, obwohl in der Funktion noch ausreichend, weist sie die gleichen Oberflächenmerkmale wie der Idlergummi auf.

 

Dual C-826

Die Kontakte zur Bandsortenerkennung sind wie vermutet angelaufen...

 

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...nach der Reinigung funtkionieren sie wieder einwandfrei.

 

Dual C-826

 

Dual C-826

 

Dual C-826

 Neuer Riemen für die Bandlaufüberwachung und Zählwerk.

 

Dual C-826

Das Laufwerk ist wieder eingebaut...

 

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...und die Frontblende für das Cassettenfach ebenfalls.

 

Dual C-826

Der bekannte "Knallfrosch" wird vorsorglich...

 

Dual C-826

 ...gegen ein unkritisches Modell getauscht.

 

Dual C-826

Ich wollte schon einmessen und wunderte mich über merkwürdige Nebengeräusche im Signal. Mit deutlich höheren Pegel wurden sporadisch flappendes Rauschen mit Brummen eingestreut. Ich kam einem Kontaktproblem auf die Spur. Der Tonkopf wird mit einem Kontaktsatz eines Kartenrelais von Wiedergabe auf Aufnahme umgeschalten. 

 

Dual C-826

Also mußte ich noch das Relais ausbauen...

 

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...und öffnen...

 

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...links die Erregerspule, rechts der Kontaktsatz...

 

Dual C-826

...den Kontaktsatz auch öffnen...

 

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...um an die Kontaktmechanik zu gelangen.

 

Dual C-826

In der Tat, auch die Kontakte des Aufnahmerelais waren angelaufen.

 

Dual C-826

Nach einer gründlichen Reinigung und Vorbeugung mit Ballistol ist der Kontakt wieder hergestellt und die Nebengeräusche durch Kontaktmangel beseitigt. Am zum Größenvergleich in den Hintergrund gestellten 1-Cent-Münze sieht man, das dies eine recht difizile Angelegenheit ist.

 

Dual C-826

Etwas umständlich bei dem C 826 auch die Geschwindigkeitseinstellung des Capstanmotors, dazu muß die darüberliegende Platine der Gerätesteuerung demontiert werden, auch muß man dann aufpassen, beim Justieren nicht die kleine Platine mit Netzstrom zu berühren, also schon lebensgefährlich! Anders ist aber eine Geschwindigkeitseinstellung des Bandlaufes nicht möglich. Das haben japanische Konstrukteure eleganter gelöst.

 

Dual C-826

Nun ging es ans Einmessen. Die Einmessung gelang problemlos. Die Schaltung ist auf einen Frequenzgang bis 20kHz limitiert, mehr läßt sich auch nicht einstellen, die TDK-SA bringt etwa 18,5kHz, das ist geringfügig mehr als die Werksangabe von 17kHz. Ein Abfall von -3dB ist dabei undokumentiert bereits inbegriffen.

 

Dual C-826

Das fertige C 826. Trotz einiger konstruktiver Schwächen ein recht solides Mittelklassegerät. Mangels externer Einmessmöglichkeit sollte man hautpsächlich die darauf eingemessene Cassettentype verwenden. Auch die anderen Bandsorten wie Fe, Fe-Cr oder Metal sind per Festwert in Relation zur eingemessenen Sorte und daher nur bedingt verwendbar. Dennoch geht auch eine TDK-D wenn man eine leichte Höhenbetonung in Kauf nimmt, das beugt bei Langzeitlagerung der Bänder einen Höhenverlust vor.

 

Dual C-826

Direkt Load & Lock System, damals Stand der Technik.

 

Dual C-826

Von Anfang bis Mitte 1980er lösten die LED-Meter die zumeist sehr träge reagierenden, analogen Zeiger-VU-Meter ab. Damit konnten endlich richtige Spitzenwerte in der Dynamik dargestellt und die Aussteuerung besser optimiert werden. Ebenfalls neu zog das Dolby C Rauschunterdrückungssystem ein, welches unproblematischer auf Pegel reagiert als sein Vorgänger Dolby B. Dolby C konnte sich auch erfolgreich gegen konkurrierende Breitbandkompander wie dbx, Highcom und ADRES als neues Standardrauschunterdrückungssystem durchsetzen. Bei guten Bändern mit exakter Aussteuerung ist aber eine Rauschunterdrückung nicht zwingend zum ungestörten Musikgenuß notwendig.

 

Technische Daten Dual C 826  (Werksangaben)

Gleichlauf 0,04% WRMS
                 0,08% DIN (Wiedergabe)
                 0,11% DIN (Aufnahme/Wiedergabe)

Übertragungsbereich
Fe IEC Typ1     20 - 16000 Hz
CR IEC Typ2    20 - 17000 Hz
FeCr IEC Typ3 20 - 18000 Hz
Met IEC Typ4   20 - 19000 Hz

Rauschabstand Dolby B     C
Fe                     64dB        71dB
Cr                     64dB        71dB
FeCr                 67dB        74dB
Metal                67dB        74dB

Löschdämfung bei 1000Hz 70dB

Übersprechdämpfung bei 1000Hz
zwischen den Kanälen 40dB
zwischen Kanälen in Gegenrichtung 70dB

Löschfrequenz 105kHz

Eingänge (Empfindlichkeit für 0dB)
Mikrofon (1/4" Koax-Buchse) 0,4mV / 3kOhm
Receiver/Verstärker (RCA-Buchsen) 60mV / 50kOhm

Ausgänge
Receiver/Verstärker 560mV / 10kOhm
Kopfhörer 4 - 2000 Ohm

Umspulzeit
für C 60 Cassette 100s

Bandlaufüberwachung
(elektronisch)
Abschaltzeit 1,0s

Netzspannung 115 V und 230 V

Netzfrequenz 50 - 60 hz

Leistungsaufnahme 38 W